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Der Erarbeitungsprozess

Die Fakten

Seit Beginn der „Internetoffensive Österreich“ haben mehr als 400 Experten, darunter mehr als 35 Vorstände und Geschäftsführer führender IKT-Unternehmen und rund 170 Unternehmen und Organisationen in über 60 Gesprächs- und Sitzungsrunden umfassende Vorschläge als Grundlage für eine österreichische IKT-Strategie erarbeitet: die „Österreichische Internetdeklaration“.
Die „Österreichische Internetdeklaration“ ist ein Maßnahmenkatalog, der als Grundlage dient, Österreich in den kommenden Jahren einen Spitzenplatz im Ranking der Top-IKT-Nationen zu sichern.

 

Gründung

Um der Situation in Österreich hinsichtlich des Stands und der Entwicklung von IKT Rechnung zu tragen, startete im März 2008 im Beisein der beiden Schirmherren Bundeskanzler a. D., Dr. Alfred Gusenbauer, und Vizekanzler a. D., Mag. Wilhelm Molterer, die „Internetoffensive Österreich“ mit einer öffentlichen Veranstaltung. Die „Internetoffensive Österreich“ ist der Schulterschluss aller Stakeholder der Informations- und Kommunikationstechnologien aus Unternehmen, Interessenvertretungen, wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Organisationen. Für die „Internetoffensive Österreich“ wurden vier wesentliche Ziele für Österreich statuiert:

  • Österreich ins Topranking der IKT-Länder zu bringen,
  • private Breitbandnutzung massiv zu erhöhen,
  • Internet als Chance für alle zu etablieren sowie
  • einen erstklassigen Forschungsstandort für IKT zu schaffen.

 

Träger der Internetoffensive

Den zentralen Bestandteil der „Internetoffensive Österreich“ bildet die Plattform, der sichtbare Zusammenschluss von Unternehmen, Interessenvertretungen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen. An der Spitze stehen die Initiatoren und Träger der Plattform, die diesen Kreis nach außen hin repräsentieren. Aus dem Kreis der Plattform bildeten sich in weiterer Folge Expertengruppen für jeden der sieben Lebensbereiche, die im Verlauf der Offensive die „Österreichische Internetdeklaration“ erarbeitet haben. Die nun vorliegende „Österreichische Internetdeklaration“ ist die gemeinsame Willenserklärung zu den wichtigsten Themen rund um die Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie dient als wirtschaftliche, kulturelle und soziale Handlungsanleitung für deren nachhaltige Weiterentwicklung in Österreich. Die „Österreichische Internetdeklaration“ beschreibt dabei die gesellschaftspolitischen Zielsetzungen und Maßnahmen zur Verbesserung der österreichischen Position im internationalen IKT-Ranking und macht gleichzeitig die IKT zum verstärkt öffentlich wahrgenommenen Thema. In sieben Arbeitskreisen analysierten und diskutierten hochkarätige Expertinnen und Experten gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit Chancen und Herausforderungen der IKT für Österreich. Das vorliegende Dokument fasst die Ergebnisse zusammen, beschreibt konkrete Vorschläge, wie sich Österreich eine Spitzenposition im internationalen IKT-Ranking sichern kann, und ist damit Grundlage für eine langfristige, erfolgreiche IKT-Strategie für Österreich.

Der Weg zur Internetdeklaration

Die Erarbeitung der Deklaration erfolgte sowohl über die Internetplattform www.internetoffensive.at als auch in sieben regelmäßig tagenden Expertenarbeitskreisen unter Einbeziehung der Ergebnisse der beim BMVIT eingerichteten IKT-Task-Force und des von der RTR-GmbH im Auftrag des BMVIT erstellten IKT-Masterplans. Über die Internetplattform konnten sich alle Interessierten am Prozess beteiligen. Insgesamt haben rund 400 Experten an der Erarbeitung der Internetdeklaration mitgewirkt. Diese arbeiteten nach einem klar definierten Zeitplan an der Erstellung der Deklaration. Noch nie zuvor haben sich alle wesentlichen Stakeholder der IKT-Branche zusammengeschlossen, um gemeinsam das Internet gezielt als Instrument der Entwicklung eines politischen Konzepts zu nutzen. Jede Erarbeitungsphase der „Österreichischen Internetdeklaration“ wurde online abgebildet, um so einer Vielzahl an Experten die Beteiligung zu ermöglichen. Jeder der rund 170 Plattformteilnehmer hatte die Möglichkeit, Fachexperten für die sieben großen Themenbereiche (diese werden auf der Website als „Lebensbereiche“ geführt) zu nominieren. Um der Bedeutung von Green-ICT Rechnung zu tragen, wurde ergänzend zu den sechs anfänglich geplanten Arbeitskreisen ein weiterer gegründet, der sich ausschließlich diesem aktuellen Thema widmete. Da IKT auch für Private von essenzieller Bedeutung sind, wendet sich die Initiative ebenso an Privatpersonen. Diese konnten sich mittels Internetplattform und per Newsletter über den Fortlauf des Projektes informieren und waren aufgerufen, ihre Ideen und Anregungen zu den laufenden Arbeitsschritten an die Plattform zu übermitteln. Alle Beiträge wurden in weiterer Folge vom Redaktionsteam der „Österreichischen Internetdeklaration“ aufgenommen, gelesen und bewertet. Im Rahmen eines öffentlichen Workshops gab es zudem die Möglichkeit zur Diskussion und zum gegenseitigen Austausch.

Erarbeitungsprozess im Detail

Ausgangspunkt für die Arbeit der Experten waren sechs große Themenfelder, sogenannte „Lebensbereiche“, die bereits im Vorfeld identifiziert wurden. Jedem dieser Lebensbereiche stand ein eigener Schirmherr aus dem Kreis der Träger und Initiatoren vor. Die sechs Lebensbereiche im Detail:

  • Bildung und Generationen (Schirmherr DI Thomas Hintze, UPC Austria GmbH)
  • Gesundheit und Soziales (Schirmherr Ing. Rudolf Kemler, Hewlett- Packard GmbH)
  • Kultur und Medien (Schirmherr Ing. Mag. Rudolf Fischer, vormals Telekom Austria TA AG)
  • Sicherheit und Konsumentenschutz (Schirmherr Mag. Mathias Grandosek, Arbeiterkammer Wien)
  • Wirtschaft, Infrastruktur und e-Government (Schirmherr Mag. René Tritscher, Wirtschaftskammer Österreich) sowie
  • Wissenschaft und Forschung (Schirmherr Dr. Peter Rastl, Universität Wien).


Wie bereits erwähnt, wurde aufgrund der Aktualität ein weiterer Lebensbereich hinzugefügt:

  • Green ICT (Schirmherr Ing. Dietmar Appeltauer, Nokia Siemens Networks)

 

Der erste Durchgang

In Phase I (26. März bis 7. April 2008) wurden durch eine Expertenrunde in jedem Lebensbereich die Themen, die die Schwerpunkte der Internetdeklaration bilden, formuliert und die dazugehörigen Leitfragen beantwortet. Für registrierte Mitglieder standen dafür interaktive Foren zur Verfügung. Ausgangspunkt für den ersten Schritt auf dem Weg zur Internetdeklaration war eine Diskussion im Rahmen eines Workshops im Kreise einer namhaften Expertengruppe. Dabei wurden, wie bereits ausgeführt, die Themenschwerpunkte und Leitfragen für jeden Lebensbereich identifiziert, erörtert und angepasst. Diese dienten in weiterer Folge als Basis für die daran anschließende Phase II. In den Sitzungen der ersten Runde hatte jeder Experte ausreichend Gelegenheit, seinen Standpunkt vorzutragen und die für ihn wichtigen Punkte darzustellen. In den daran anschließenden Evaluierungen wurde die Richtung für die weiteren Diskussionen festgelegt.

Die Public Events

In Phase II (21. Mai bis 13. Juni 2008) erfolgte im Rahmen von Public Events die Konsultation über die Zusammenfassung der Ergebnisse aus Phase I, den Inputs von weiteren Experten sowie der interessierten Öffentlichkeit. Wiederum in die sechs einzelnen Lebensbereiche gegliedert fanden die Public Events unter regem öffentlichen Andrang statt. Die Veranstaltungen dauerten jeweils einen Vormittag und alle Anwesenden hatten die Möglichkeit, an mehreren Diskussionen zu unterschiedlichen Themen aus dem jeweiligen Lebensbereich teilzunehmen und ihre Sichtweise einzubringen. Sämtliche Diskussionen wurden dabei vom Redaktionsteam der Internetoffensive begleitet und dokumentiert. Als Abschluss der jeweiligen Durchgänge erfolgte eine kurze, zusammengefasste Darstellung der einzelnen Diskussionsrunden für alle Beteiligten. So wurde sichergestellt, dass alle Teilnehmer über die jeweiligen Ergebnisse informiert waren. Weiters wurden die Protokolle zu den Sitzungen – ebenso wie bereits in Phase I – entsprechend versendet bzw. auf der Website unter www.internetoffensive.at veröffentlicht. Die im Rahmen dieser Public Events erarbeiteten Erkenntnisse bildeten schlussendlich den Ausgangspunkt für die dritte und letzte Phase im Prozess der Internetoffensive.

Die finale Expertenrunde

In Phase III (16. Juni bis 4. Juli 2008) wurden die bis dahin erzielten Ergebnisse und Maßnahmen in einer abschließenden Expertenrunde nach ihrer Wichtigkeit und Machbarkeit priorisiert. Ausgangspunkt dafür waren alle bis dahin erzielten Ergebnisse aus den Phasen I und II sowie der Input, welcher über die Diskussionsforen auf der Website der Internetoffensive eingebracht wurde. Aus den bis dahin erarbeiteten über 180 Maßnahmenvorschlägen haben die Experten 60 Maßnahmen identifiziert und priorisiert. Diese wurden vom Redaktionsteam der Internetoffensive spezifiziert und finden sich im nachfolgenden Kapitel. Dabei wurde jede der dargestellten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Kosten-Nutzen-Relation, der Realisierungschancen und der Umsetzungsdauer analysiert und dargestellt. Für den Lebensbereich Green-ICT wurden die Maßnahmen nicht nach diesen Drei-Phasen-Schema erarbeitet, da dieser Lebensbereich erst in einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt wurde und eine raschere Vorgehensweise notwendig war. Daher erfolgte ein erstes Brainstorming und das Einbringen der Maßnahmen durch die Experten in diesem Arbeitskreis elektronisch. Zur Priorisierung und Bewertung der Maßnahmen kamen die Experten zusammen und diskutierten ausführlich die vorgeschlagenen Maßnahmen. Im Unterschied zu den anderen Arbeitskreisen wurde zu diesem Thema keine öffentliche Arbeitskreissitzung abgehalten. Es wurde wiederum ein breiter Kreis von Experten eingebunden.

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