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Ziel dieser öffentlichen Veranstaltung war, die Ergebnisse der ersten Sitzung auf einer breiten Basis zu erörtern, neue Perspektiven zu gewinnen und weitere Vorschläge zu sammeln. Das vorliegende Ergebnisprotokoll gibt die Statements und Vorschläge der Teilnehmer in verdichteter Form wieder, wobei das Redaktionsteam selbstverständlich alle mündlichen und schriftlichen Äußerungen und Maßnahmenvorschläge gesichert hat. Im gegenständlichen Management Summary wird ein Auszug aus den Ergebnissen dargestellt, wobei die stattgefundenen Diskussionen nur in stark komprimierter Form wiedergegeben werden können.
Im Themenfeld „Kulturelles Erbe“ sprechen sich die ExpertInnen für eine finanzielle Unterstützung und Förderung der Digitalisierung aus. Auf der einen Seite sehen sie einen Finanzierungsbedarf bei der Bewahrung und Sicherung von Kulturschätzen. Auf der anderen Seite sprechen sie sich für eine Anstoßfinanzierung aus, wenn spannende Inhalte digitalisiert werden sollen. Die weitere Kostentragung soll dann durch die Unternehmen erfolgen. Konkret wird empfohlen, einen Digitalisierungs-Truck und/oder einen Fonds für die Digitalisierung einzurichten. Der kreative Content, der auf digitaler Basis entwickelt wird, soll einer größeren Interessengruppe zugänglich gemacht werden. Dafür schlagen die ExpertInnen vor, ein nicht kommerzielles Portal zu errichten, das den Zugang zu den Kulturgütern sicherstellt. Zusätzlich können Inhalte aktiv in sozialen Netzen platziert werden.
Ergebnisse Kulturelles Erbe
Ein zentraler Punkt, der im Arbeitskreis „Neue digitale Medien“ angesprochen wurde, ist, dass die Nutzung von neuen digitalen Medien, wie z.B. Web 2.0-Applikationen, erhöht werden muss. Hier sollen zielgruppenspezifische Motivationsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Fokus soll auf Bevölkerungsgruppen gelegt werden, die aufgrund des finanziellen Aufwandes und/oder nicht vorhandenen Wissens über den persönlichen Nutzen dieser Dienste IKT nicht oder nur wenig nutzen. Eine weitere Forderung war es, eine sog.
e-skills-academy zu errichten. Diese ermöglicht es Menschen jeden Alters und Bildungsstands, ihren eigenen Wissensstand in Bezug auf IKT zu messen sowie Zusatzqualifikationen zu erwerben. Die Unterrichtsmethode dieser Institution soll kein Frontalunterricht sein, sondern erfahrungsorientiert und unter Einsatz von neuen digitalen Medien (wie blogs, sozialen Netzwerken, etc).
Ergebnisse Neue Digitale Medien
Im Themenfeld „Urheberrecht“ schlagen die ExpertInnen vor, einen One-Stop-Shop für Urheberrechte einzurichten, bei dem man die Nutzungsrechte zentral abklären kann und damit die Sicherheit erlangt, alle notwendigen Rechte zu besitzen. Eine weitere Hilfe wäre die Schaffung eines zentralen Portals mit allen notwendigen Informationen rund um das Thema Urheberrecht für einen ersten Einstieg. Weiters sprechen sich die ExpertInnen für eine Flexibilisierung der Verwertungsmöglichkeiten von Inhalten bzw. der Verwertungsformen aus. Die Forderung der ExpertInnen lautet „Abstellen auf die tatsächliche bzw. überwiegende Nutzung“ und „Vermeidung von Doppel- bzw. Mehrfachvergütung“. Für den Bereich des Bildungswesens werden (weitergehende) Ausnahmen für die Verwertung urheberrechtlich geschützter Inhalte gefordert.
Ergebnisse Urheberrecht
Unter dem Themenbereich „Net Culture“ haben die ExpertInnen vorwiegend das Verhalten im Netz verstanden und weniger die neue Netzkultur im Sinne von Net Art. Die ExpertInnen regen an, dass der Bund und die Länder bzw. die Bildungseinrichtungen Stützsysteme schaffen sollen, indem die Betreuung organisiert wird und In-Service Betreuer mit den Lehrern vor Ort zur Thematik arbeiten. Sie würden sich daneben mehr Veranstaltungen im IKT-Bereich wünschen, damit die Stakeholder öfters zusammenkommen und sich besser untereinander koordinieren. Die ExpertInnen unterstützen Wettbewerbe, wie den Jugendinformatikwettbewerb, wo die Gewinner ihre Siegerprojekte mit der Wirtschaft umsetzen können. Sie regen an, Beispiele und Awards zu finden und diese zu propagieren, um IKT positiv darzustellen. Die ExpertInnen bemängeln das fehlende mediale Interesse an erfolgreichen Projekten und würden sich Investoren wünschen, die sich an der Umsetzung beteiligen und von vornherein eine Finanzierungszusage abgeben.
Ergebnisse Net Culture
Im Themenfeld „Digitale Langzeitarchivierung“ orten die ExpertInnen vielfach ein fehlendes Bewusstsein. Gerade im privaten Bereich ist man sich der Gefahr eines Datenverlustes oftmals nicht bewusst. Die ExpertInnen erachten die Definition des verwendeten Formats für die Archivierung als eine der wichtigsten Fragen, die zu beantworten ist. Daher sollten nur Projekte gefördert werden, die gewisse Standards (z.B. OAI) erfüllen bzw. auf offene Formate abzielen. Weiters verlangen die ExpertInnen die Einrichtung eines Kompetenzzentrums, welches die Fragen der Langzeitarchivierung österreichweit koordiniert („Leitorganisation“). Für den Bereich der KMUs scheint den ExpertInnen die Schaffung von Servicecentern sinnvoll (nicht als Konkurrenz zu den Kompetenzzentren). Sollte das „Konkurrenzproblem“ nicht lösbar sein, müssten derartige Servicefunktionen bei den Kompetenzzentren eingerichtet werden.
Ergebnisse Digitale Langzeitarchivierung